Mechanische Sicherung soll verhindern oder zumindest deutlich erschweren,
dass ein Täter schnell in ein Gebäude gelangt. Entscheidend ist nicht ein
einzelnes Schloss, sondern das Zusammenspiel der gesamten Konstruktion.
Viele Einbruchsversuche richten sich gegen leicht erreichbare Türen,
Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren. Unzureichend gesicherte
Bauteile können mit einfachen Werkzeugen vergleichsweise schnell
überwunden werden.
Die Polizei empfiehlt deshalb die mechanische Sicherung von Türen und
Fenstern als Grundlage des Einbruchschutzes. Bei Neu- und Umbauten
sollten geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Elemente von Anfang
an eingeplant werden. Bestehende Bauteile lassen sich häufig sinnvoll
nachrüsten.
Drei Grundsätze
Worauf guter mechanischer Schutz aufbaut
01
Geprüfte Konstruktion
Bei neuen Türen und Fenstern sind geprüfte einbruchhemmende
Gesamtelemente die sauberste Lösung. Die Polizei empfiehlt bei
leicht erreichbaren Elementen grundsätzlich mindestens RC 2.
02
Abgestimmte Nachrüstung
Bestehende Türen und Fenster können deutlich verbessert werden.
Nachrüstprodukte müssen aber zur vorhandenen Grundkonstruktion passen
und sinnvoll miteinander kombiniert werden.
03
Fachgerechte Montage
Selbst gute Sicherungstechnik kann ihre Wirkung verlieren, wenn sie
falsch oder in ungeeignetem Untergrund montiert wird. Einbau und
Befestigung gehören deshalb zum Sicherheitskonzept.
Welche Situation liegt vor?
Neubau und Nachrüstung brauchen unterschiedliche Lösungen
Neu- oder Umbau
Wer ohnehin Türen oder Fenster erneuert, kann Einbruchschutz direkt in
das Bauteil integrieren. Dadurch werden Rahmen, Verriegelungen, Beschläge
und weitere Komponenten als zusammengehörige Konstruktion geprüft.
bei leicht erreichbaren Türen und Fenstern mindestens RC 2 einplanen
geprüfte und möglichst zertifizierte Produkte auswählen
fachgerechten Einbau nach Herstellervorgaben sicherstellen
Montage- und Produktnachweise aufbewahren
Bestehende Bauteile nachrüsten
Ein Austausch ist nicht immer erforderlich. Bei einer ausreichend
stabilen Grundkonstruktion lässt sich der Widerstand vorhandener Türen
und Fenster mit geprüften Nachrüstprodukten deutlich verbessern.
DIN 18104 Teil 1: aufschraubbare Nachrüstprodukte
DIN 18104 Teil 2: im Falz eingelassene Nachrüstprodukte
Sicherungen auf Griff- und Bandseite berücksichtigen
Montage durch einen geeigneten Fachbetrieb bevorzugen
Normen verständlich erklärt
Drei Normbereiche, die häufig auftauchen
Auf den Detailseiten erklären wir nicht den vollständigen Normtext,
sondern was die jeweilige Norm für Auswahl, Planung und Nachrüstung bedeutet.
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Gebäude, Zugänglichkeit,
vorhandener Konstruktion und persönlichem Schutzbedarf ab. Eine
kriminalpolizeiliche Beratungsstelle informiert kostenlos und produktneutral.
Für Einbau und Nachrüstung können polizeilich empfohlene Fachbetriebe eine
wichtige Rolle spielen.