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DIN EN 1627

DIN EN 1627

Was Widerstandsklassen wirklich bedeuten.

Die DIN EN 1627 ordnet einbruchhemmende Türen, Fenster und weitere Bauelemente nach ihrer Widerstandsfähigkeit ein. Entscheidend ist dabei immer das geprüfte Gesamtelement – nicht nur ein einzelnes Schloss, ein Beschlag oder ein Fenstergriff.

Für Wohngebäude ist RC 2 die zentrale polizeiliche Empfehlung.
Moderne Haustür mit mechanischer Mehrfachverriegelung
Die aktuelle Norm

DIN EN 1627:2021-11

Die aktuelle deutsche Ausgabe der DIN EN 1627 stammt vom November 2021. Sie legt Anforderungen und die Klassifizierung der Einbruchhemmung von Türen, Fenstern, Vorhangfassaden, Gitterelementen und Abschlüssen fest.

Die Norm ist vor allem dann wichtig, wenn bei Neu- oder Umbauten ein geprüftes einbruchhemmendes Bauelement ausgewählt werden soll. Die Widerstandsklasse wird mit RC für Resistance Class angegeben.

Die Polizei empfiehlt bei Neu- und Umbauten für leicht erreichbare Türen und Fenster geprüfte und zertifizierte Elemente mindestens ab RC 2.

Mehr als nur ein Schloss

Was bei einer RC-Konstruktion zusammengehört

Die Widerstandsklasse entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Bauteile. Erst die geprüfte und fachgerecht eingebaute Gesamtkonstruktion ergibt den vorgesehenen Schutz.

01

Bauteil

Türblatt beziehungsweise Fensterflügel und der dazugehörige Rahmen oder die Zarge müssen ausreichend widerstandsfähig sein.

02

Beschläge & Verriegelung

Schloss, Verriegelung, Beschläge und weitere sicherheitsrelevante Bauteile müssen auf die Konstruktion abgestimmt sein.

03

Einbau & Befestigung

Auch ein geprüftes Element kann seine Schutzwirkung verlieren, wenn es nicht nach Herstellervorgaben fachgerecht eingebaut wird.

Widerstandsklassen

Von Grundsicherung bis zu erhöhtem Schutz

Die Klassen reichen bis RC 6; mit steigender Klasse nimmt die Einbruchhemmung zu. Für private Wohngebäude sind vor allem die Klassen rund um RC 2 und RC 3 relevant. Die konkrete Auswahl sollte immer zur Lage und zum individuellen Risiko passen.

Unterhalb der Standardempfehlung

RC 1 N / RC 1

Diese Klassen bieten eine Grundsicherung. Nach den polizeilichen Herstellerinformationen kommen sie beispielsweise bei erhöht liegenden Fenstern in Betracht, deren Zugang deutlich erschwert ist. Für leicht erreichbare Fenster und Türen sind sie nicht die reguläre Empfehlung.

Eingeschränkt empfehlenswert

RC 2 N

RC 2 N weist gegenüber RC 2 ein geringeres Sicherheitsniveau auf. Bei den Klassen mit dem Zusatz „N“ wird insbesondere auf eine einbruchhemmende Sicherheitsverglasung verzichtet.

Einsatz am besten vorher mit der kriminalpolizeilichen Beratung klären.
Erhöhter Schutzbedarf

RC 3 bis RC 6

Mit höheren Widerstandsklassen steigt das Sicherheitsniveau. RC 3 kann bei erhöhtem Schutzbedarf sinnvoll sein; die Klassen RC 4 bis RC 6 richten sich in der Regel an besonders hohe Sicherheitsanforderungen.

Wichtig beim Vergleichen

Was bedeutet das „N“?

Die Varianten RC 1 N und RC 2 N sind nicht mit RC 1 beziehungsweise RC 2 gleichzusetzen. Bei den N-Klassen wird auf eine einbruchhemmende Sicherheitsverglasung verzichtet.

Deshalb sollten Angebote nicht nur mit „RC 2“ beworben werden, wenn tatsächlich lediglich RC 2 N geprüft wurde.

Ältere Bauteile

WK statt RC?

Vor der heutigen RC-Bezeichnung wurden Widerstandsklassen häufig mit WK bezeichnet. Bei älteren geprüften Bauteilen kann deshalb beispielsweise noch „WK 2“ auftauchen.

Die Polizei stellt in ihren Herstellerinformationen RC 2 und die frühere WK 2 als annähernd vergleichbare Klassen gegenüber.

Vor dem Kauf

Was Sie sich nachweisen lassen sollten

  • genaue Widerstandsklasse des angebotenen Elements
  • Prüf- beziehungsweise Zertifizierungsnachweis für die konkrete Baureihe
  • bei Fenstern und verglasten Türen prüfen, ob RC 2 oder lediglich RC 2 N angeboten wird
  • fachgerechte Montage nach den Vorgaben des Herstellers
  • Montagebescheinigung und Produktunterlagen aufbewahren
  • bei Unsicherheit vor dem Kauf die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle einbeziehen
Weiterführende Informationen

Offizielle Quellen zum Nachlesen

Wer tiefer einsteigen oder konkrete Produkte prüfen möchte, findet hier ausgewählte offizielle Informationen – bewusst getrennt vom eigentlichen Seiteninhalt.

Weiter im mechanischen Einbruchschutz

Norm verstehen – dann das richtige Bauteil auswählen.

DIN EN 1627 ist vor allem für neue oder komplett ausgetauschte einbruchhemmende Bauelemente wichtig. Wenn vorhandene Türen oder Fenster nachgerüstet werden sollen, sind zusätzlich die DIN 18104 Teil 1 und Teil 2 relevant.

Fachliche Grundlage und Stand: DIN EN 1627:2021-11; Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes; aktuelle Herstellerinformationen des Bayerischen Landeskriminalamts im Auftrag der Kommission Polizeiliche Kriminalprävention. Quellen: DIN Media, Polizei-Beratung – Technische Sicherheit, BLKA – Herstellerverzeichnisse.
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