Was ist passiert?
10.08.2026 – 12:38 Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg): Mit der miesen Masche der falschen Bankmitarbeiter hat ein Betrüger am Donnerstag in Willingen die Bankkarten samt PIN-Nummern von zwei Seniorinnen erbeutet. Dank der Angehörigen eines der Opfer, die den Täter nach der Abholung der Karte unauffällig verfolgten und seinen Standort an die Polizei durchgaben, konnte der Täter schließlich am Bahnhof in Korbach festgenommen werden. Der 19 Jahre alte Mann aus dem Hochsauerlandkreis muss sich nun wegen Betruges in zwei Fällen verantworten. Nach bisherigen Erkenntnissen erbeutete der Täter am Donnerstagnachmittag zunächst einen hohen dreistelligen Betrag von einer Seniorin, indem er an ihrer Haustür eine akute Notlage vortäuschte und die völlig überrumpelte Frau auf diese Weise dazu brachte, ihm die Bankkarte für ihr Konto sowie die dazugehörige PIN auszuhändigen. Mit der Karte hob er dann den Geldbetrag ab. Anschließend begab sich der Täter zur Wohnung einer anderen Rentnerin, die er zuvor angerufen und sich dabei als Mitarbeiter ihrer Hausbank ausgegeben hatte.
Was steckt dahinter?
Die Täter wollen das Vertrauen in die eigene Bank ausnutzen. Ihr Ziel ist der Zugriff auf Geld oder Konto. Bankkarte und PIN können für unberechtigte Abhebungen missbraucht werden; Zugangsdaten, TAN und Freigabecodes können Kontozugriffe oder Zahlungen ermöglichen.
Woran können Sie die Masche erkennen?
- Der Anrufer behauptet, bei Ihrem Konto, Ihrer Karte oder einer Buchung bestehe ein dringendes Problem.
- Sie sollen PIN, TAN, Freigabecodes oder andere Zugangsdaten nennen oder eine Zahlung bestätigen.
- Es wird Zeitdruck aufgebaut oder verlangt, die Angelegenheit sofort am Telefon zu klären.
- Bankkarte, Bargeld oder andere Werte sollen abgeholt, übergeben oder an eine unbekannte Person ausgehändigt werden.
Was jetzt wichtig ist
- Beenden Sie das Gespräch selbst vollständig. Legen Sie beim Festnetz den Hörer auf beziehungsweise drücken Sie am Handy aktiv die rote Taste.
- Nehmen Sie sich anschließend einen Moment, um sich zu sammeln. Lassen Sie sich nicht zu einer sofortigen Entscheidung drängen.
- Geben Sie keine PIN, TAN, Zugangsdaten oder Freigabecodes weiter und übergeben Sie niemandem Ihre Bankkarte.
- Rufen Sie Ihre Bank selbst über eine Ihnen bekannte oder offiziell recherchierte Telefonnummer an. Verwenden Sie keine Nummer, die Ihnen der Anrufer genannt hat.
- Informieren Sie die Polizei über den Betrugsversuch. Wenn bereits Daten weitergegeben, Zahlungen bestätigt oder Karten übergeben wurden, handeln Sie sofort und teilen Sie dies Bank und Polizei mit.
- Wenn Sie unsicher sind oder sich mit den nächsten Schritten überfordert fühlen, holen Sie eine vertraute Person dazu – zum Beispiel Kinder, Enkel, andere Angehörige oder einen vertrauten Nachbarn.

